Darf ich mir als Mama einfach so eine Auszeit gönnen – auch wenn noch nicht alles erledigt ist?
- Barbara Dieringer

- 7. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Kennst du diesen Gedanken?
"Ich würde mich so gerne einfach einmal hinsetzen. Aber zuerst muss ich noch schnell die Küche aufräumen. Dann die Wäsche zusammenlegen. Die Jause für morgen vorbereiten. Den Kindern noch etwas herrichten. Und eigentlich müsste ich auch noch..."
Und plötzlich ist der Tag vorbei. Die Pause hat wieder keinen Platz gefunden.
Viele Mamas haben das Gefühl, sie müssten sich ihre Erholung erst verdienen. Erst wenn alles erledigt ist. Erst wenn niemand mehr etwas braucht. Erst wenn die To-do-Liste leer ist.
Doch genau hier liegt das Problem:
Die To-do-Liste wird nie leer sein.
Warum fällt uns das Pausieren so schwer?
Die meisten Frauen haben von klein auf gelernt, für andere da zu sein. Eine gute Mama kümmert sich. Eine gute Partnerin denkt mit. Eine gute Kollegin ist zuverlässig. Eine gute Tochter hilft. Irgendwann wird daraus ein inneres Programm:
"Ich bin erst dann genug, wenn alle anderen versorgt sind."
Das passiert meist ganz unbewusst. Und deshalb fühlt sich eine Pause oft gar nicht entspannend an. Stattdessen meldet sich sofort das schlechte Gewissen.
"Eigentlich sollte ich etwas Sinnvolleres machen."
Dein Nervensystem kennt keine To-do-Liste
Unser Körper funktioniert nicht wie eine Maschine.
Er braucht Phasen der Anspannung – und genauso Phasen der Erholung. Wenn wir ständig funktionieren, ständig planen und ständig an alles denken, bleibt unser Nervensystem im Alarmzustand.
Die Folgen kennst du vielleicht:
Du bist schnell gereizt.
Kleinigkeiten bringen dich aus der Fassung.
Du hast das Gefühl, nie richtig zur Ruhe zu kommen.
Selbst wenn die Kinder schlafen, kannst du nicht abschalten.
Das liegt nicht daran, dass du zu schwach bist.
Dein Körper versucht dir zu sagen:
"Ich brauche eine Pause."
Aber was, wenn noch so viel zu tun ist?
Dann darfst du dir eine Frage stellen:
Wird die Wäsche morgen noch da sein?
Ja.
Wird das Geschirr morgen noch gespült werden können?
Ja.
Wird dein Körper morgen automatisch erholt sein, wenn du heute wieder keine Pause machst?
Leider nein.
Wir behandeln unsere Erholung oft wie etwas, das erst ganz am Ende des Tages stattfinden darf. Dabei sollte sie genauso selbstverständlich sein wie Essen oder Schlafen.
Eine Pause ist kein Luxus
Viele Mamas glauben:
"Wenn ich mich jetzt hinsetze, bin ich faul."
Doch was passiert wirklich? Nach zehn oder fünfzehn Minuten bewusstem Durchatmen fühlt sich der Körper oft ruhiger an.Die Gedanken werden klarer.
Man reagiert gelassener.
Man kann den Kindern wieder mit mehr Geduld begegnen.
Eine Pause nimmt dir also keine Zeit. Sie gibt dir Energie zurück.
Deine Kinder lernen von dir
Kinder beobachten nicht, was wir sagen. Sie beobachten, wie wir leben. Wenn sie erleben, dass Mama sich niemals ausruht, niemals Nein sagt und sich immer zuletzt stellt, lernen sie:
So muss Erwachsensein aussehen.
Wenn sie hingegen sehen, dass Mama auch einmal sagt:
"Ich setze mich jetzt zehn Minuten hin."
lernen sie etwas unglaublich Wertvolles:
Auch ich darf später gut für mich sorgen.
Fang klein an
Eine Auszeit muss kein Wellnesswochenende sein. Vielleicht bedeutet sie heute einfach:
einen Tee in Ruhe trinken,
zehn Minuten auf der Terrasse sitzen,
bewusst Musik hören,
eine kurze Meditation machen,
tief durchatmen, ohne dabei gleichzeitig etwas zu erledigen.
Nicht, weil alles fertig ist. Sondern weil du wichtig bist.
Du musst dir deine Pause nicht verdienen
Du musst nicht erst perfekt funktionieren.
Du musst nicht erst alle glücklich machen.
Du musst nicht warten, bis irgendwann alles erledigt ist.
Denn dieser Zeitpunkt wird wahrscheinlich nie kommen.
Du darfst dir heute eine Pause gönnen.
Nicht, weil du alles geschafft hast.
Sondern weil du ein Mensch bist.
Und Menschen brauchen Erholung.
Nicht irgendwann.
Jetzt.



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