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Ich bin ständig für alle da – nur nicht für mich

Kennst du das Gefühl, dass dein ganzer Tag daraus besteht, für andere da zu sein?

Du kümmerst dich um die Kinder, organisierst Termine, denkst an Geburtstage, kaufst ein, räumst auf, arbeitest, tröstest, erinnerst, planst und versuchst, allen gerecht zu werden. Abends bist du erschöpft. Und trotzdem hast du das Gefühl, nicht genug geschafft zu haben.


Vielleicht fragst du dich manchmal:


Wann war ich eigentlich das letzte Mal einfach nur ich?


Nicht Mama.

Nicht Partnerin.

Nicht Kollegin.

Nicht Tochter.

Einfach nur du.


Viele Frauen erleben genau das.


Nicht, weil sie etwas falsch machen. Sondern weil sie sich über Jahre daran gewöhnt haben, die eigenen Bedürfnisse immer an die letzte Stelle zu setzen. Anfangs fühlt sich das selbstverständlich an. Natürlich kümmerst du dich um dein Kind. Natürlich möchtest du für deine Familie da sein. Doch irgendwann wird daraus ein Muster.


Du sagst immer öfter:

"Ich später."

"Erst wenn alles erledigt ist."

"Wenn die Kinder größer sind."

"Wenn wieder mehr Zeit ist."


Das Problem ist:

Dieser Zeitpunkt kommt selten von alleine.

Es gibt immer noch etwas zu erledigen.

Immer noch jemanden, der etwas braucht.

Immer noch eine Aufgabe, die wichtiger erscheint als du selbst.


Mit der Zeit gewöhnst du dich daran, dich selbst zu übergehen. Und irgendwann bemerkst du vielleicht gar nicht mehr, was du eigentlich brauchst.


Wenn dich jemand fragt:

"Was würde dir heute guttun?"

...bleibst du einen Moment still.


Nicht, weil du keine Antwort geben möchtest. Sondern weil du sie gar nicht mehr kennst.

Dabei sind deine Bedürfnisse nicht verschwunden. Sie waren nur sehr lange nicht mehr an der Reihe.


Viele Frauen haben gelernt, dass es egoistisch sei, an sich selbst zu denken.


Doch das Gegenteil ist wahr. Eine Frau, die ihre eigenen Bedürfnisse kennt und ernst nimmt, kann langfristig viel liebevoller für andere da sein. Nicht, weil sie mehr leistet.

Sondern weil sie selbst nicht ständig über ihre Grenzen geht. Selbstfürsorge bedeutet nicht, sich immer an erste Stelle zu setzen. Sie bedeutet, sich überhaupt wieder einen Platz im eigenen Leben zu geben.


Vielleicht beginnt das heute mit einer kleinen Pause.

Mit einem Spaziergang.

Mit zehn Minuten Ruhe.

Mit einem Nein.

Oder einfach mit der Erlaubnis, nicht perfekt sein zu müssen.


Du musst nicht warten, bis du völlig erschöpft bist.

Du darfst schon heute anfangen, dich selbst wieder wichtig zu nehmen.

Nicht, weil alle anderen unwichtig sind. Sondern weil du genauso wichtig bist.


Vielleicht fragst du dich heute Abend einmal:


Wann habe ich das letzte Mal etwas getan, das nur mir gutgetan hat?


Und wenn dir keine Antwort einfällt, dann ist das kein Grund für Schuldgefühle.

Sondern eine liebevolle Einladung.

Eine Einladung, dich selbst wieder ein Stück näher kennenzulernen.

Denn irgendwo zwischen all den Aufgaben, Erwartungen und Verantwortungen bist du noch immer da.


Und du hast es verdient, wieder gesehen zu werden.


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