Ich funktioniere nur noch – warum so viele Frauen und Mütter sich selbst verlieren
- Barbara Pletzer
- 5. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Kennst du dieses Gefühl?
Du stehst morgens auf und funktionierst.
Du kümmerst dich um die Kinder, organisierst den Alltag, denkst an Termine, Einkäufe und Geburtstage. Du bist für deine Familie da, im Beruf, für Freunde – und am Abend fragst du dich, wo du selbst eigentlich geblieben bist.
Vielleicht sagst du Sätze wie:
Ich kann einfach nicht mehr.
Ich bin ständig müde.
Ich erkenne mich selbst nicht mehr.
Früher war ich anders.
Ich funktioniere nur noch.
Wenn dir diese Gedanken bekannt vorkommen, bist du nicht allein. Viele Frauen und besonders Mütter erleben genau dieses Gefühl. Nicht, weil sie versagt haben. Sondern weil sie über lange Zeit mehr getragen haben, als ein Mensch dauerhaft tragen kann.
Die gute Nachricht ist: Es gibt einen Weg zurück. Der erste Schritt beginnt damit, zu verstehen, warum es dir überhaupt so geht.
Warum funktioniere ich nur noch?
Die meisten Frauen glauben, mit ihnen stimme etwas nicht. Sie denken, sie seien zu schwach, zu empfindlich oder einfach nicht belastbar genug.
Tatsächlich passiert oft etwas ganz anderes.
Über Monate oder Jahre wächst die Verantwortung immer weiter. Familie, Beruf, Haushalt, Organisation, Termine, emotionale Begleitung der Kinder und die ständige Erreichbarkeit verlangen deinem Gehirn Höchstleistungen ab.
Gleichzeitig bleibt kaum Zeit für echte Erholung.
Irgendwann schaltet dein Körper in den Überlebensmodus.
Du funktionierst. Aber du lebst nicht mehr wirklich.
Warum du dich selbst nicht mehr erkennst
Vielleicht erschreckt dich manchmal der Gedanke:
Früher war ich anders.
Früher hast du gelacht, spontan Entscheidungen getroffen, hattest Hobbys, Träume oder einfach Zeit, in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Du wusstest, was dir guttut und was du brauchst.
Heute fühlt sich vieles anders an.
Dein Tag beginnt oft damit, an andere zu denken. Was brauchen die Kinder? Was muss erledigt werden? Wer muss wohin? Was fehlt noch? Was darf ich bloß nicht vergessen?
Noch bevor du überhaupt bei dir selbst angekommen bist, bist du schon für alle anderen da.
Mit der Zeit passiert etwas, das viele Frauen kaum bemerken:
Nicht auf einmal.
Sondern ganz langsam.
Deine eigenen Bedürfnisse rutschen immer weiter nach hinten.
Du verschiebst den Friseurtermin.
Du sagst das Treffen mit einer Freundin ab.
Du hörst auf zu malen, zu lesen oder Sport zu machen.
Du gewöhnst dich daran, dass deine Wünsche warten müssen.
Und irgendwann merkst du:
Ich weiß gar nicht mehr, was mir eigentlich Freude macht.
Das bedeutet nicht, dass du dich verändert hast.
Es bedeutet, dass du über lange Zeit so sehr mit dem Überleben des Alltags beschäftigt warst, dass kaum noch Raum für dich geblieben ist.
Viele Frauen glauben an diesem Punkt, sie müssten sich einfach mehr zusammenreißen.
Doch das Gegenteil ist der Fall.
Du brauchst nicht noch mehr Disziplin.
Du brauchst wieder Verbindung zu dir selbst.
Denn unter all den Aufgaben, Erwartungen und Verantwortungen bist du nicht verschwunden.
Du bist nur sehr lange nicht mehr gefragt worden:
Wie geht es eigentlich dir?
Die Wahrheit, die viele Frauen nie hören
Du bist nicht schwach.
Du bist nicht undankbar.
Du bist keine schlechte Mutter.
Du bist kein schlechter Mensch, weil du dich nach Ruhe sehnst.
Du reagierst auf eine Dauerbelastung, die für viele Frauen zur Normalität geworden ist.
Und genau deshalb fühlt sich dein Leben oft wie reines Funktionieren an.
Die gute Nachricht ist:
Was verloren gegangen ist, kann auch wiedergefunden werden.
Nicht von heute auf morgen.
Aber Schritt für Schritt.
Wie du Schritt für Schritt zurück zu dir findest
Vielleicht hast du dich in diesem Artikel an vielen Stellen wiedererkannt.
Vielleicht hast du zum ersten Mal verstanden, warum du dich so erschöpft fühlst und weshalb es sich manchmal anfühlt, als würdest du nur noch funktionieren.
Allein dieses Verstehen kann schon etwas verändern.
Denn solange wir glauben, mit uns stimme etwas nicht, suchen wir die Lösung oft am falschen Ort.
Der Weg zurück beginnt nicht damit, noch mehr zu leisten.
Nicht damit, noch effizienter zu werden.
Und auch nicht damit, perfekt für alle da zu sein.
Er beginnt mit einer einfachen Entscheidung:
Mich selbst wieder wichtig zu nehmen.
Das bedeutet nicht, egoistisch zu werden.
Es bedeutet, anzuerkennen, dass auch du Bedürfnisse hast. Dass auch du Pausen brauchst. Dass dein Körper und deine Seele dir längst Signale senden – nicht um dich zu ärgern, sondern um dich zu schützen.
Du musst dein Leben nicht von heute auf morgen komplett verändern.
Oft beginnt Veränderung mit kleinen Schritten.
Mit fünf Minuten Ruhe.
Mit einem ehrlichen Nein.
Mit einer bewussten Pause.
Mit dem Mut, Hilfe anzunehmen.
Jeder dieser kleinen Schritte bringt dich ein Stück näher zurück zu dir selbst.
Du musst diesen Weg nicht alleine gehen
Wenn du beim Lesen gespürt hast:
Genau so ist es bei mir...
...dann möchte ich dir eines mitgeben:
Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht.
Du musst nicht erst völlig erschöpft sein, um dir Unterstützung zu erlauben.
Lieb Dich ist genau für Frauen entstanden, die sich selbst zwischen Verantwortung, Mental Load und Alltag verloren haben.
Im Mitgliederbereich findest du Meditationen, Podcasts und Übungen, die dich dabei begleiten, wieder bei dir anzukommen – ohne Druck, ohne Perfektion und in deinem eigenen Tempo.
Denn ich glaube fest daran:
Du musst nicht lernen, noch besser zu funktionieren. Du darfst wieder lernen, du selbst zu sein.
Zum Schluss noch ein Gedanke
Vielleicht kannst du dir heute nur eine einzige Frage stellen:
Was würde ich heute brauchen, wenn ich genauso liebevoll mit mir umgehen würde wie mit einem Menschen, den ich von Herzen liebe?
Vielleicht kennst du die Antwort sofort.
Vielleicht musst du sie erst wiederfinden.
Beides ist in Ordnung.
Der wichtigste Schritt ist, dass du begonnen hast, dir diese Frage überhaupt wieder zu stellen.
Du bist nicht verloren. Du bist auf dem Weg zurück zu dir.



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